Organisationstalent scheitert an Bürokratie

zweiga

Ich hätte es nie für möglich gehalten, doch das, was mir all meine Bräute als die schönste Zeit überhaupt angepriesen haben, entpuppte sich schnell für mich zum Alptraum! Um euch das zu erklären (und ich hoffe ihr lest das hier, weil es euch wirklich interessiert), muss ich etwas ausschweifen..

Angefangen hat das ganze Dilemma eigentlich schon im letzten Jahr, fernab von Hochzeitsplänen oder gar einem Heiratsantrag. Mein Zukünftiger ist nämlich Türke und hat im Spätsommer letzten Jahres den deutschen Pass beantragt. Da er schon ewig hier lebt, hier zur Schule gegangen und demnach der deutschen Sprache mächtig ist, ging die zuständige Beamtin davon aus, dass die Pass-Beantragung relativ schnell von statten gehen wird. Über ein Jahr später, sollten wir eines Besseren belehrt werden!

Dann kam der Antrag, im August. Nun ist es als Hochzeitsfotografin und als Frau vermutlich ohnehin so, dass wir nach mehrjähriger Beziehung nicht komplett unvorbereitet auf so etwas sind. Wir Frauen wissen doch im Prinzip schon lange vor dem Antrag, wie unsere Hochzeit in etwa aussehen soll! So ist es auch bei mir. Auch wenn ich „früher“ nie versessen auf’s heiraten war, so kam der Wunsch mit den Jahren doch schleichend. Als ich mit der Hochzeitsfotografie begann und nachher schon ein paar Saisons mitgemacht hatte, wollte ich DAS doch immer mehr. Und wenn man so lang zusammen ist, erscheint eine Heirat nur noch als Krönung. Ich wusste irgendwann genau was ich möchte und ebenso was nicht. Man sieht ja viel. Seht ihr, ich schweife ab..

zweiga

Also kamen wir aus dem Urlaub zurück und machten uns zaghafte Gedanken, wie wir das alles handhaben sollten. Das alles war noch gar nicht richtig real, passierte das wirklich!? Standesamt noch in diesem Jahr und freie Trauung im nächsten? Ja, das war es, was wir wollten!

Es war Ende August und wir hatten bis dahin nichts von der Einbürgerungsbehörde gehört. Unsere zuständige städtische Mitarbeiterin machte uns darauf aufmerksam, dass wir die Anmeldung zur Eheschließung mit dem (noch) türkischen Pass wohl vergessen werden können. Also Augen zu und warten. Und warten und warten.. Warten auf etwas, von dem man nicht weiß, wann und ob es überhaupt kommt. Das zerrte wirklich an meinen Nerven! Da war etwas, was ich überhaupt nicht beeinflussen konnte, was ich nicht planen konnte und wessen Ergebnis nicht in meiner Macht stand. Und wer mich kennt weiß, in Organisation gehe ich komplett auf. Nennt mich Meisterin der To-Do-Listen.

Das wir noch an unserem 10jährigen heiraten können, schminkten wir uns schnell ab.

zweiga

Es wurde Ende September und endlich kam der ersehnte Anruf. Die Einbürgerung war so gut wie durch, die nötigen Ausweisdokumente sollten einige Wochen später eintreffen. Nun mussten dennoch andere Dokumente beschafft werden, (s)eine Geburtsurkunde zB. (wie schwierig das zunächst war, erspare ich euch jetzt mal).

Lange Rede, kurzer Sinn, um das Ganze mal ein wenig abzukürzen: Es ist Anfang November und wir haben alle notwendigen Dokumente zusammen, mit viel Rennerei und ein paar grauen Haaren mehr! Mein Bald-Mann ist nun Deutscher Staatsbürger und stolzer Besitzer einer Geburtsurkunde. Heute an meinem Geburtstag steht nun fest: wir haben endlich einen Termin und können heiraten – in einem Monat schon <3 Zum ersten Mal seit Wochen kann ich mich über all das so RICHTIG freuen! Kann planen, Pinterest durchstöbern und es einfach nur genießen! Und jetzt kann ich aus voller Überzeugung sagen: Ich freue mich auf die Vorbereitungszeit und kann es kaum erwarten – erst recht nicht, seine Frau zu werden <3 zweiga

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